Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Elterntaxis - "Echt oldschool"

Elterntaxis - sind sie wirklich notwendig?

Es gibt sicherlich viele Gründe, warum Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen:

Man ist sowieso unterwegs zur Arbeit und nimmt die Kinder das Stück zur Schule mit

oder der Schulweg ist lang und weit und man müsste dadurch etwas früher aufstehen

oder im Winter ist es kalt und dunkel.

Alle sind morgens spät dran und wollen nicht zu spät zur Schule oder zur Arbeit kommen.

Leider verursacht das zunächst gut gemeinte Verhalten vielfältige Probleme für alle Kinder, eigene und andere:

  • ein hohes Verkehrsaufkommen vor der Schule.

  • Unübersichtliche Ein- und Ausparkmanöver gefährden die Kinder.

  • Kinder, die zu Fuß kommen oder aus anderen Autos aussteigen, werden durch rangierende Fahrzeuge gefährdet.

  • Der Schulbus kommt nicht mehr zur Haltestelle vor der Schule und Verspätungen entstehen.

  • Auf der Rücksitzbank eines Autos lernen Kinder kein selbstständiges Verhalten im Straßenverkehr.

  • Es gibt keine Möglichkeit, soziale Kontakte auf einem gemeinsamen Schulweg mit anderen Kindern zu pflegen.

Dem entgegen stehen diese Vorteile von Kindern, die ihren Schulweg zu Fuß, per Rad oder mit dem Bus zurücklegen:

  • Der Kontakt zu anderen Kindern außerhalb behüteter Räume fördert die Sozialkompetenz und das Selbstbewusstsein.

  • Die körperliche Bewegung fördert die Motorik und ist für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder wichtig.

  • die Leistungs- und Aufnahmefähigkeit im Unterricht wird verbessert

  • Unsere Kinder lernen, dass man Wege auch ohne Auto zurücklegen kann, was die eigene Selbstständigkeit als Verkehrsteilnehmer erhöht.

  • Kinder, die gelernt haben, sich als Verkehrsteilnehmer sicher zu verhalten, können auch andere Wege zu Freizeitangeboten selbstständig bewältigen und entlasten ihre Eltern von weiteren Elterntaxi-Fahrten.

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) setzt sich in Roßtal und im Landkreis Fürth für eine nachhaltige Mobilität für unsere Bürgerinnen und Bürger ein und legt einen besonderen Wert darauf, dass alle Mobilitätsformen sicher genutzt werden können. Nachzulesen im Wahlprogramm der ÖDP Fürth unter Kommunalwahlprogramm 2026.

Leider ist die Realität davon geprägt, dass insbesondere der starke Autoverkehr auf Kosten der anderen Mobilitätsformen (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) geht.

Die vermeintliche Sicherheit von Elterntaxis ist ein Trugschluss: Die Statistik besagt, dass im Jahr 2020 die meisten im Straßenverkehr getöteten Kinder ihr Leben als Mitfahrer in einem Pkw (37,5 Prozent) verloren. Details dazu auf Wikipedia unter Elterntaxi

Und selbst die Schülerinnen und Schüler in Roßtal haben es erkannt. Bei Demonstrationen gegen Elterntaxis am 23. Juli 2025 und am 16. Oktober 2025 haben sie ihren Unmut über Elterntaxis ausgedrückt und dagegen demonstriert. Demo gegen Elterntaxis

Wir wollen das Autofahren nicht abschaffen oder gar verbieten, sondern mit gerechteren Verkehrsregeln, Aufklärung und mehr gegenseitiger Rücksichtnahme für alle Verkehrsteilnehmenden ein sicheres und entspanntes Miteinander ermöglichen.

Deshalb möchten wir mit unserer Aktion auch auf die Problematik der Elterntaxis aufmerksam machen! Wir brauchen ein Umdenken und mehr Einsicht, damit eine erforderliche Verkehrswende erfolgen kann.

In den Kommunen setzt sich die ÖDP in den Gremien dafür ein, dass ein aktueller Schulwegeplan erstellt wird, dass die Verwaltung ein zeitlich befristetes Halte- oder Durchfahrtverbot vor der Schule prüft und anordnet und dass Elterninitiativen z. B. einen „Laufbus1“ organisieren können.

Der größte Hebel, den wir haben, ist die Bereitschaft der Elternschaft, sich gegen das Elterntaxi zu entscheiden. Damit gewinnen wir alle mehr Entspannung und Sicherheit im Straßenverkehr!

Die Kinder in Roßtal haben es schon verstanden. Jetzt brauchen wir noch die Eltern zur Unterstützung.

 

ÖDP Kreisverband Fürth

 

1 In einem Laufbus versammeln sich bis zu zwölf Kinder und gehen eine festgelegte „Buslinie“ zur Schule, zu Beginn in Begleitung eines Erwachsenen. An fest vereinbarten „Haltestellen“ werden alle „Laufgäste“ eingesammelt. Quelle: https://stiftung.adac.de/der-laufbus/